Selbstgenutztes Wohneigentum erweist sich laut einer aktuellen Studie des empirica-Instituts im Vergleich zu Aktien als gleichwertige und verlässliche Form der privaten Altersvorsorge mit stabilen Renditen und entscheidenden Vorteilen im Ruhestand. Die Untersuchung, über die unter anderem das Handelsblatt und AssCompact in den vergangenen Wochen berichtet haben, unterstreicht die positive Rolle von Wohnimmobilien für den Vermögensaufbau und die langfristige finanzielle Sicherheit.
Im Zentrum der Analyse steht der Vergleich zwischen Immobilien und klassischen Kapitalmarktanlagen wie Aktien. Während Aktien langfristig mit durchschnittlich rund acht Prozent leicht höhere Renditen erzielen können, liegen Wohnimmobilien mit etwa sieben Prozent nur knapp dahinter. Entscheidend ist jedoch: Nach Berücksichtigung von Steuern, Umschichtungen und Verhaltensfaktoren reduziert sich die tatsächliche Aktienrendite häufig auf unter vier Prozent. Immobilien profitieren hingegen von geringerer Volatilität, steuerlichen Vorteilen und dem sogenannten Hebeleffekt durch Fremdfinanzierung.
Besonders relevant für die Praxis ist die Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Während Eigentümer in der Erwerbsphase höhere Belastungen durch Finanzierung und Instandhaltung tragen, kehrt sich dieses Verhältnis im Alter um: Ist die Immobilie erst einmal abbezahlt, sinken die Wohnkosten drastisch. Die ersparte Miete wirkt dann wie eine zusätzliche „Rendite“, die dauerhaft zur Verfügung steht – ein Vorteil, der gerade in Märkten mit steigenden Mieten erheblich an Bedeutung gewinnt.
Für dynamische Metropolregionen wie Berlin und das Umland ist dieser Effekt besonders ausgeprägt. Hier treffen eine anhaltend hohe Nachfrage und ein begrenztes Angebot aufeinander, was langfristig steigende Mieten und stabile Wertentwicklungen begünstigt. Eigentümer profitieren somit doppelt: durch potenzielle Wertsteigerungen ihrer Immobilie und durch die zunehmende Entlastung bei den Wohnkosten im Alter.
Ein weiterer zentraler Befund der Studie betrifft das Sparverhalten: Empirisch zeigt sich, dass Selbstnutzer im Durchschnitt mehr Vermögen aufbauen als vergleichbare Mieter. Grund dafür ist unter anderem die „Zwangssparfunktion“ der Tilgung. Während Mieter die theoretisch mögliche Differenz zwischen Miete und Eigentumskosten häufig nicht konsequent investieren, führt die Immobilienfinanzierung automatisch zu einem kontinuierlichen Vermögensaufbau.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Bewertung von Altersvorsorge nicht allein auf Renditezahlen reduziert werden kann. Aspekte wie Sicherheit, Planbarkeit und Konsumstabilität spielen eine ebenso wichtige Rolle. Gerade in unsicheren Zeiten gewinnt Wohneigentum daher als stabile Säule der privaten Vorsorge weiter an Bedeutung.
„Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass selbstgenutztes Wohneigentum weit mehr ist als nur eine von vielen Anlageformen. Es ist ein zentraler Baustein für finanzielle Sicherheit und stabile Lebensverhältnisse im Alter“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Gerade in Berlin und dem Umland sehen wir, wie der langfristige Nutzen von Wohneigentum als Altersvorsorge angesichts hoher Wohnraumnachfrage und steigender Mieten an Bedeutung gewinnt.“