Berlin ist Deutschlands viertgrößte Pendlerstadt

Rund eine Million Menschen sind 2021 in Berlin-Brandenburg außerhalb ihres Wohnortes tätig gewesen, während zwei Millionen in derselben Gemeinde wohnten und arbeiteten. Insgesamt gab es 2021 in Deutschland rund 23,8 Millionen Pendler. Mit 425.051 einpendelnden Personen lag Berlin dabei an vierter Stelle nach München (503.578 Personen), Frankfurt am Main (445.254 Personen) und Hamburg (426.921 Personen). Das geht aus dem neuen Pendleratlas der Statistischen Ämter in Deutschland hervor, der die Pendelverflechtungen zwischen einzelnen Städten, Gemeinden und Gemeindeverbänden abbildet.

In der Hauptstadtregion fanden mehr als ein Drittel aller Pendelbewegungen zwischen Brandenburger Gemeinden und Berlin statt. Für 98 von 416 Brandenburger Gemeinden ist Berlin dabei das bedeutendste Pendelziel. Die Zahl der in Brandenburg wohnenden und in Berlin arbeitenden Personen beziffern die Statistiker mit rund 270.000, während umgekehrt nur rund 108.000 Berlinerinnen und Berliner ihren Arbeitsplatz in einer Brandenburger Gemeinde haben. Die deutschlandweit intensivsten Pendelbewegungen zwischen zwei Gemeinden wurden 2021 zwischen Berlin und Potsdam registriert, wo sich der Pendelfluss auf insgesamt 41.349 Personen summierte. Von diesen pendelten 23.056 Personen von Potsdam nach Berlin und immerhin 18.293 in umgekehrter Richtung.

Die Auspendelquote ist in Berlin mit 12,6 Prozent die niedrigste in der Region Berlin-Brandenburg, gefolgt von Schwedt / Oder mit 30,7 Prozent. Dagegen hatten Rüthnick im Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit 93,3 Prozent und Lawitz im Landkreis Oder-Spree mit 93,0 Prozent die höchsten Auspendelquoten zu verzeichnen. In der Bundeshauptstadt sowie in 57 von 416 Brandenburger Gemeinden gab es einen Einpendelüberschuss. Die höchsten Einpendelüberschüsse wurden dabei in Schönefeld mit 92,5 Prozent sowie in Krausnick-Groß Wasserburg im Landkreis Dahme-Spreewald mit 91,7 Prozent registriert. In Kleßen-Görne im Landkreis Havelland (14,7 Prozent) sowie in Grünewald im Landkreis Oberspreewald-Lausitz (15,4 Prozent) waren die Einpendelquoten am geringsten.

„Die jüngsten Veröffentlichungen der Statistiker zu den Pendelbewegungen im Raum Berlin-Brandenburg enthalten zwar keine großen Überraschungen, sind aber dennoch sehr aufschlussreich. So dürfte die hohe Zahl der Berufspendler, die im Umland wohnen, aber in Berlin arbeiten, maßgeblich zu dem bemerkenswert hohen Kaufkraftniveau im Berliner Umland beitragen, welches die Analysen für unseren kürzlich veröffentlichten The Grounds Umlandreport Berlin 2022 ergeben hatten“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Die Entwicklungen in anderen großen Metropolen zeigen, dass die Umlandgemeinden für viele in den Großstädten arbeitende Menschen attraktive Wohnorte sind, und dies auf Dauer. Der angespannte Wohnungsmarkt innerhalb Berlins begünstigt den Trend zum Ausweichen ins Umland zwar zusätzlich, doch das Umland entfaltet inzwischen längst seine eigene Anziehungskraft. Umso wichtiger ist es, dass sich Berlin und Brandenburg beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur eng abstimmen und miteinander kooperieren.“

Der komplette The Grounds Umlandreport Berlin 2022 steht hier zum Download bereit: https://www.thegroundsag.com/umlandreport

 

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