Das Wachstum der Angebotsmieten an den deutschen Wohnungsmärkten hat seine Dynamik im Jahresverlauf 2025 beibehalten. Das berichtete die Immobilien Zeitung am 9. Januar 2026 unter Berufung auf eine Analyse von Immoscout 24. Sowohl die Bestands- als auch die Neubaumieten hätten noch einmal kräftig zugelegt. Bei der Neuvermietung von Bestandswohnungen seien die Angebotsmieten im vierten Quartal 2025 durchschnittlich um 3,7 Prozent gegenüber ihrem Vorjahreswert gestiegen, wobei das Wachstum in den Metropolen besonders kräftig ausgefallen sei. Die stärksten Steigerungen seien laut Immoscout 24 in Stuttgart, Frankfurt am Main und Hamburg mit 5,4 Prozent, 5,1 Prozent beziehungsweise 5 Prozent zu verzeichnen gewesen.
Trotz des bereits hohen Mietniveaus im Neubau seien die Angebotsmieten auch in diesem Segment weiter gestiegen und erhöhten sich im Schnitt ebenfalls um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der stärkste Anstieg sei 6,8 Prozent in Köln registriert worden; die geringste Steigerung war mit 2,7 Prozent in Frankfurt zu verzeichnen. Parallel zum Wachstum der Mietpreise sei die Nachfrage nach Mietwohnungen im vierten Quartal in allen Regionsklassen zurückgegangen, wobei die Rückgänge in den kreisfreien Städten und im ländlichen Raum deutlich stärker ausfielen als in den Metropolen. Zudem entwickelte sich die Nachfrage unterschiedlicher Einkommensgruppen zum Teil gegenläufig. Während vor allem Haushalte mit geringeren Einkommen von bis zu 2.000 Euro netto monatlich häufig ihre Wohnungssuche aufgrund des Preisniveaus eingestellt hätten, sei die Nachfrage bei Haushalten mit höheren Einkommen ab ca. 4.000 Euro pro Monat gestiegen.
„Die Zahlen illustrieren die dramatischen Folgen der verfehlten Wohnungsbaupolitik der vergangenen Jahre ebenso wie die anhaltenden Chancen für Kapitalanleger bei Neubauten in den großen Metropolen und Ballungsräumen“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Einerseits wird es für Mieterhaushalte mit geringen Einkommen immer schwieriger, überhaupt eine Wohnung zu finden, andererseits gibt es eine stabile bis wachsende Nachfrage bei einkommensstärkeren Haushalten, die sich nach unseren Beobachtungen stark auf energieeffiziente Neubauten fokussiert. Wenn sich die Situation an den angespannten Wohnungsmärkten verbessern soll, führt an deutlich höheren Neubauzahlen kein Weg vorbei. Die Politik sollte sich darauf konzentrieren, hierfür verlässliche Rahmenbedingungen und wirksame Anreize zu schaffen.“