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Immobilienweise sehen Aufschwung-Signale und mahnen Strukturreformen an

Immobilienweise sehen Aufschwung-Signale und mahnen Strukturreformen an

Mehrere Medien berichten in dieser Woche über das am 10. Februar 2026 vorgestellte Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen 2026. Ulrich Schüppler berichtet in der Immobilien Zeitung ausführlich über die Einschätzungen von Lars Feld, Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Walter Eucken Instituts, der den gesamtwirtschaftlichen Teil des Gutachtens erarbeitete. Einerseits konstatierten die Immobilienweisen deutliche Signale eines Aufschwungs, andererseits warne Feld aber davor, dass bei ausbleibenden Verbesserungen der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auch die Immobilien davon betroffen wären. Im Wohnungsbau sei die Talsohle erreicht, und auch beim Hochbau in anderen Segmenten gingen die Erwartungen stetig nach oben. Allerdings sei die Gesamtlage der Wirtschaft nicht rosig. Dies habe viel mit der Situation der deutschen Industrie zu tun, vieles sei aber auch von der Politik hausgemacht.

Für die Immobilienbranche sehe Feld im Bauturbo einen guten Ansatz, wenn dieser beherzt umgesetzt werde. Bei regulatorischen Erleichterungen sei aber noch viel mehr möglich, wenn die Regierung sich intern einmal einig wäre, wo sie hinwolle. Als große Einflussfelder identifiziere Feld neben einer Entrümpelung der Landesbauordnungen eine Lockerung beim Bestandsmietschutz, um das sozial schädliche Auseinanderdriften von Neuvertrags- und Bestandsmieten zu stoppen. Als weitere wichtiger Punkt wird eine Änderung bei der Grunderwerbsteuer genannt. Hier plädiere Feld für eine einfache Lösung anstelle der Schaffung von Ausnahmetatbeständen für bestimmte Gruppen, die es wieder kompliziert machten. „Am besten wäre es, die Grunderwerbsteuer insgesamt zu senken“, so der Rat des Experten.

Thomas Daily verweist in einem Beitrag vom 11. Februar 2026 darauf, dass die Immobilienweisen „investitionsfreundliche Rahmenbedingungen“ forderten und ein konsequentes Angehen der strukturellen Probleme anmahnten. Nur dann sei eine echte Trendwende möglich. Auch 2026 sei der Wohnungsbau noch nicht auf dem endgültigen Weg aus der Dauerkrise.

„Die aktuellen Analysen der Autorinnen und Autoren des Gutachtens zeigen, dass es für die Immobilienwirtschaft heute mehr denn je auf das Agieren der Politik ankommt. Positive Trends sind an den Märkten zweifellos erkennbar, aber immer noch fragil. Die weitere Entwicklung hängt in starkem Maße davon ab, ob die Branche seitens der Politik mit Rücken- oder Gegenwind zu rechnen hat“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Wer dem Markt jetzt nicht die Chance lässt, sich zu erholen und mit weiteren regulatorischen Eingriffen an Symptomen herumdoktern will, statt die erheblichen strukturellen Probleme in Deutschland zu lösen, fährt einen für das gesamte Land höchst riskanten Kurs.“