Die Einwohnerzahl Berlins ist im Jahr 2025 weiter gestiegen und belief sich laut Einwohnermelderegister zum 31. Dezember 2025 auf 3.913.644 Personen, die ihren Hauptwohnsitz in der Bundeshauptstadt haben. Das geht aus einer Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 17. Februar 2026 hervor. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einer Zunahme um 16.500 Personen bzw. 0,4 Prozent gegenüber dem Stand von Ende 2024. Damit setze sich der Wachstumstrend in moderatem Tempo weiter fort, so das Resümee der Statistiker.
In ihren Erläuterungen zu den jüngsten Einwohnerdaten verweisen sie darauf, dass das Wachstum Berlins entscheidend von der Auslandszuwanderung abhänge, die 2025 erstmals deutlich zurückgegangen sei. Insgesamt hätten sich 4.541 Personen aus dem Ausland neu in Berlin registriert, nachdem es im Vorjahr noch rund 25.500 Personen gewesen seien. Der Ausländeranteil sei mit 24,9 % stabil geblieben. Wie schon 2024 erhöhte sich auch die Zahl von Personen mit deutschem Pass weiter, was auf einen politischen Beschluss zur Beschleunigung von Einbürgerungsverfahren zurückzuführen sei und sich auch beim Thema Migrationshintergrund widerspiegele. Der Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund, der Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund umfasse, habe sich um rund 53.000 Personen auf 42,3 Prozent (2024: 41,1 Prozent) erhöht. Davon seien rund 49.000 Personen Deutsche mit Migrationshintergrund gewesen.
Zehn der zwölf Bezirke Berlins hätten Einwohnergewinne verzeichnet. Die meisten Neuanmeldungen habe es mit 5.450 Personen (+1,8 Prozent) in Treptow-Köpenick gegeben. Lediglich in Reinickendorf und Steglitz-Zehlendorf seien die Einwohnerzahlen um 0,9 Prozent bzw. 0,2 Prozent zurückgegangen. Die Betrachtung der alten Bezirke vor der Gebietsreform von 2001 zeige ein zunehmendes Wachstumsgefälle zwischen dem Osten und dem Westen Berlins. Mit 0,9 Prozent seien die Einwohnerzuwächse im Osten zuletzt deutlich höher ausgefallen als im Westen mit 0,1 Prozent. Dabei hätten die östlichen Altbezirke sowohl an Ausländerinnen und Ausländern (+2,2 Prozent) als auch an Personen mit deutschem Pass (+0,5 Prozent) gewonnen, während der Westteil der Stadt bei ausländischen Staatsbürgerinnen und -bürgern einen Rückgang um 0,5 Prozent verbucht habe. Hier habe ausschließlich die Zahl der Deutschen (+0,3 Prozent) zugenommen, unter anderem infolge von Einbürgerungen.
Zwischen einigen Planungsräumen sei es aufgrund von regionalen Besonderheiten wie der Unterbringung von Geflüchteten oder neu entstandenen Wohnsiedlungen zu erheblichen Unterschieden bei der Einwohnerentwicklung gekommen. So verlor der Planungsraum (PLR) TXL in Tegel mit einem Rückgang um 52,2 Prozent anteilmäßig die meisten Einwohnerinnen und Einwohner; der Anteil von ausländischen Staatsbürgerinnen und -bürgern reduzierte sich hier sogar um 66,4 Prozent. Zu hohen Einwohnergewinnen sei es dagegen in den PLR Landschaftspark Adlershof (+27,2 %) und Oberspree (+9,4 %) in Treptow-Köpenick sowie im PLR Heidestraße (+7,8 %) am Hauptbahnhof gekommen.
„Ein Blick auf die Einwohnerentwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass Wachstum in Berlin der Normalzustand ist. Deshalb ist es für den Berliner Wohnungsmarkt besonders fatal, wenn der Zuwachs an neuen Wohnungen Jahr für Jahr deutlich hinter dem Wachstum des Bedarfs zurückbleibt“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Die jüngsten Einwohnerzahlen sind ein Signal an die Berliner Politik, endlich für mehr Wohnungsneubau zu sorgen, statt sich immer wieder neu Gedanken über einen möglichst restriktiven Umgang mit der Mangelware ‚Wohnungen‘ zu machen.“