Wohnimmobilien sind an den deutschen Top-Standorten weiterhin von einem klaren Nachfrageüberhang geprägt und bieten Investoren die robustesten Perspektiven, während sich bei Büro- und Handelsimmobilien eine stärkere Differenzierung nach Lage und Objektqualität zeigt. Das geht aus der von der DZ HYP am 4. März 2026 veröffentlichten Studie „Immobilienmarkt Deutschland 2026“ hervor, welche die Entwicklung der gewerblichen Immobilienmärkte für die Assetklassen Büro, Handel und Wohnen an den sieben deutschen Topstandorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart analysiert.
Darin heißt es: „Die Perspektiven für den Wohnimmobilienmarkt bleiben ausgesprochen positiv. An den Topstandorten übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich.“ Daraus resultiere eine günstige Vermietungsperspektive. Zudem nähmen Investoren Wohnimmobilien im Vergleich zu anderen Segmenten weiterhin als risikoärmer wahr. Die stabile Nachfrage sorge für verlässliche Cashflows und unterstreiche die Rolle von Mehrfamilienhäusern als robuste Anlageklasse. Gleichzeitig werde die Wohnungsfrage immer stärker zu einem gesellschaftlichen Stressfaktor, da zunehmend auch einkommensstarke Haushalte durch das hohe Mietniveau in den Topstandorten unter Druck gerieten. Dabei habe sich die Mietdynamik 2025 sichtbar verlangsamt, wenngleich auf einem sehr hohen Niveau.
Die Erstbezugsmieten lagen 2025 im Durchschnitt der sieben analysierten Standorte bei gut 20 Euro je Quadratmeter monatlich, während bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen etwas mehr als 15 Euro je Quadratmeter zu zahlen gewesen seien. Die Spreizung zwischen Bestandsmieten und Neuvermietungen bleibe so hoch, dass Wohnungswechsel auch bei veränderten Lebensumständen unattraktiv würden. Angesichts der finanziellen Grenzen von Privathaushalten sei künftig eine stärkere Kopplung des Mietanstiegs an die Einkommensentwicklung zu erwarten.
„Der Immobilienmarkt hat es mit einem strukturell veränderten Umfeld zu tun. Künftig entscheidet noch stärker die Vermietungsperspektive über die Wertentwicklung. Damit rücken Lagequalität, Nachhaltigkeit und aktives Management in den Mittelpunkt. Während Wohnimmobilien weiterhin gute Perspektiven bieten, entstehen bei Büro und Handel vor allem dort Chancen, wo Bestände konsequent an die veränderten Nutzeranforderungen angepasst werden“, wird Sabine Barthauer, Vorsitzende des Vorstands der DZ HYP, zu den Ergebnissen der Studie zitiert.
„Die Aussagen der Studie zu den Vermietungsperspektiven und zum Risikoprofil unterstreichen, warum Kapitalanleger vor allem Wohnimmobilien bevorzugen – und dies auch weiterhin tun sollten. Die Rahmenbedingungen für dieses Marktsegment dürften an den Top-Standorten und in deren Umfeld auch in den kommenden Jahren positiv bleiben, weil dort mit weiteren Zuzügen und steigenden Einwohnerzahlen zu rechnen ist“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds.