BFW fordert schnelle Umsetzung baupolitischer Neubau-Fördermaßnahmen

Zum ersten Mal seit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung hat sich der Bundestag diese Woche im Rahmen einer Aussprache mit der Baupolitik der Ampel-Koalition befasst. Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen nahm dies zum Anlass, wesentliche aktuelle Kernforderungen der Branche zu formulieren. Insbesondere drängt der Verband auf eine schnelle Umsetzung der im Koalitionsvertrag genannten baupolitischen Maßnahmen. Am wichtigsten sei dabei ein neues Förderregime für den Neubau. BFW-Präsident Andreas Ibel erklärte dazu, der Neubau von 400.000 Wohnungen pro Jahr sei nur bei optimalen Rahmenbedingungen möglich. Dazu gehöre auch, im Rahmen des Klimaschutzprogramms schnellstens ein neues Förderregime einzurichten, denn nur so ließen sich bezahlbares Wohnen und Klimaschutz zusammenbringen.

Dass die Neubauförderung für den Effizienzhausstandard 55 sehr kurzfristig ausgelaufen sei, habe einen großen Vertrauensverlust bewirkt und in der Immobilienwirtschaft für Verunsicherung gesorgt. Solange es keine Klarheit gebe, wie Neubau und Bestandssanierung künftig gefördert werden, herrsche Stillstand. Wo politische und gesellschaftliche (Klima-)Ziele nicht wirtschaftlich erreichbar seien, müsse sich der Staat als Akteur engagieren. Der Kostendruck sei enorm, Materialpreise gingen durch die Decke, Bauland sei kaum noch bezahlbar und auf absehbare Zeit werde es hier keine Entspannung geben, so Ibel weiter.

Der BFW-Präsident betonte, die Klimaschutzpolitik sei eine zentrale Herausforderung für die Zukunft unseres Landes. Im Gebäudesektor seien Fortschritte aber nur möglich, wenn ein stärkerer Fokus auf die Wirtschaftlichkeit gelegt werde. Es sei klar, dass die Immobilienwirtschaft ihren Beitrag zum klimaneutralen Gebäudebestand leisten wolle und werde. Die Innovationskraft der BFW-Mitgliedsunternehmen sei groß, komme aber nur dann zum Tragen, wenn es verlässliche Rahmenbedingungen gebe.

Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds, kommentiert die Forderungen des BFW: „Im Koalitionsvertrag sind einige gute Ideen für die Immobilienwirtschaft enthalten. Für Immobilieneigentümer und -käufer sowie private Bauherren ist es jedoch wichtig, möglichst rasch verlässliche Informationen zu bekommen, auf welcher Grundlage sie ihre Entscheidungen planen können. Gerade angesichts der bereits stark gestiegenen Baukosten ist es wichtig, dass Bauherren wissen, welche zusätzlichen Belastungen durch neue Umweltschutzvorschriften auf sie zukommen und in welcher Form der Staat sie bei ihren Vorhaben finanziell unterstützt.“

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