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Neue Steueranreize sind ein erster Schritt für mehr Wohnungsbau

Neue Steueranreize sind ein erster Schritt für mehr Wohnungsbau

Um den Wohnungsneubau anzukurbeln, hat Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) neue Steueranreize ins Spiel gebracht: Ab Januar 2024 sollen die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten – die sog. degressive AfA (Absetzung für Abnutzung) – befristet bis Ende 2030 ausgeweitet werden. Die Vorschläge der Bundesbauministerin sind ein Ergänzungsvorschlag zum geplanten Wachstumschancengesetz von Finanzminister Christian Lindner (FDP), der die Wirtschaft mit einem Steuerpaket um jährlich rund sechseinhalb Milliarden Euro entlasten will. Für neu errichtete Wohngebäude sollen in den ersten vier Jahren nach Fertigstellung jeweils 7 % der Baukosten abgeschrieben werden können, in den darauf folgenden vier Jahren noch einmal 5 %. In den weiteren 26 Jahren sollen 2 % Abschreibung möglich sein. Aktuell sind im Regelfall nur 3 % möglich.

Ihren Vorschlag begründet Geywitz mit den starken Baukosten- und Zinssteigerungen. Die Baubranche bleibe deutlich hinter dem von der Bundesregierung erklärten Ziel zurück, jährlich 400.000 Wohnungen zu bauen. Gleichzeitig stagniere die Zahl der Baugenehmigungen. Bisherige Begünstigungen wie die Erhöhung der linearen AfA und die Wiedereinführung der Sonderabschreibung würden nicht genügten, um den Wohnungsneubau anzukurbeln, weitere Maßnahmen müssten daher umgehend auf den Weg gebracht werden.

Die Bundesbauministerin hatte bereits auf dem diesjährigen Tag der Immobilienwirtschaft im Mai 2023 konkrete Erleichterungen für die Bau- und Immobilienbranche in Aussicht gestellt. Ihr Vorschlag zur Anhebung der degressive AfA wurde in der Bundesregierung allerdings noch nicht abgestimmt. Zudem ist offen, wie hoch die zu erwartenden Steuermindereinnahmen wären und wie diese ausgeglichen werden könnten. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, für die bereits im Entwurf des Wachstumschancengesetzes beschriebenen Maßnahmen sei die Finanzierung gesichert. Für ergänzende Maßnahmen wäre eine Gegenfinanzierungen notwendig.

„Es ist sehr zu begrüßen, dass Frau Geywitz ihren Worten nun Taten folgen lässt und steuerliche Anreize für Wohnungsneubauten ins Gespräch bringt“, kommentiert Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Eine Anhebung der degressiven AfA kann allerdings nur eine erste Maßnahme darstellen, um den stagnierenden Neubau anzukurbeln. Steuerliche Erleichterungen helfen keinem Wohnungsunternehmen, wenn die Liquidität für Investitionen fehlt oder langatmige Bürokratieprozesse die Bauvorhaben verzögern. Die Bauministerin sollte daher nicht nur zügig die Finanzierung ihres Vorschlags abklären, sondern weitere Erleichterungen für die Immobilienbranche vorantreiben.“