Der Wunsch nach Wohneigentum bleibt in Deutschland stark ausgeprägt: Drei von vier Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern, die noch keine Immobilien besitzen, wünschen sich laut aktueller forsa-Befragung im Auftrag der LBS Bausparkassen, im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung zu leben. Für den Wohnimmobilienmarkt ist das ein positives Signal, denn die Nachfrage nach Eigentum ist trotz gestiegener Finanzierungs- und Eigenkapitalhürden weiterhin vorhanden. Die Ergebnisse der Umfrage wurden auf dem diesjährigen Bauspartag präsentiert, über den unter anderem die Immobilien Zeitung und der Verband der Immobilienverwalter Deutschland berichtet haben.
Die Umfrage macht die deutliche Lücke zwischen Wunsch und Umsetzung deutlich: Nur etwa jeder Vierte, der von Wohneigentum träumt, plant derzeit konkret einen Erwerb. Besonders aussagekräftig ist dabei die Einschätzung der jüngeren Generation: 86 Prozent der 20- bis 49-Jährigen sind überzeugt, dass Wohneigentum heute schwerer zu erreichen ist als noch vor wenigen Jahren.
Als zentrale Hürde erweist sich erneut das fehlende Eigenkapital. Nach Angaben der Bausparkassen verfügen nur noch rund sechs Prozent der jüngeren Mieterhaushalte über ausreichend Eigenmittel, um eine typische Immobilie an ihrem Wohnort finanzieren zu können. Entsprechend fordern die Bausparkassen Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer sowie stärkere Anreize für den Eigenkapitalaufbau, etwa über eine verbesserte Wohnungsbauprämie.
Darüber hinaus gewinnt das Thema Wohneigentum auch im Kontext der privaten Altersvorsorge weiter an Bedeutung. Insgesamt beschäftigen sich die Menschen heute stärker mit ihrer finanziellen Absicherung im Alter als noch vor einigen Jahren. Vielen ist bewusst, dass sie eigenständig vorsorgen müssen, und dass eine selbstgenutzte Immobilie dabei eine zentrale Rolle spielen kann. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, wie groß der Handlungsdruck ist: 42 Prozent der Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 4.000 Euro befürchten, ihren Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Bei Haushalten mit weniger als 2.500 Euro Nettoeinkommen steigt dieser Anteil sogar auf 70 Prozent. Gerade diese Gruppen verfügen jedoch oft nur über begrenzte Sparmöglichkeiten, was die Bildung von Eigenkapital zusätzlich erschwert.
Für Märkte wie Berlin und das Berliner Umland sind diese Ergebnisse besonders relevant. Gerade dort, wo Mietwohnungen knapp und Mieten hoch sind, bleibt der Erwerb von Wohneigentum für viele Haushalte eine attraktive Perspektive, auch als Baustein der Altersvorsorge. Gleichzeitig führen hohe Kaufnebenkosten und Eigenkapitalanforderungen dazu, dass sich ein Teil der Nachfrage verstärkt auf das Umland richtet, wo Einstiegspreise häufig niedriger sind als in zentralen Berliner Lagen.
„Die Umfrage zeigt, dass der Wunsch nach Wohneigentum keineswegs verschwunden ist – im Gegenteil. Das ist ein wichtiges Signal für den Markt“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Gerade in Berlin und im Berliner Umland sehen wir weiterhin ein erhebliches Nachfragepotenzial. Entscheidend ist nun, die Eigenkapitalhürden zu senken, etwa durch Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber. Dann kann aus dem stabilen Wunsch nach Eigentum wieder deutlich häufiger konkrete Nachfrage werden.“