Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind zu Beginn des Jahres 2026 erneut gestiegen und deuten damit auf eine weitere Stabilisierung des Marktes hin. Wie der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) in der vergangenen Woche mitteilte, legte der vdp-Immobilienpreisindex für selbstgenutztes Wohneigentum (Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen) im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,5 Prozent zu und verzeichnete damit einen etwas stärkeren Anstieg als Büro- (+1,9%) und Einzelhandelsimmobilien (+1,5%). Angesichts des anhaltend knappen Angebots und der robusten Nachfrage gilt das Wohnsegment weiterhin als Stabilitätsanker des Immobilienmarktes. Das Handelsblatt und haufe haben darüber in der vergangenen Woche berichtet.
Vor allem Eigentumswohnungen verzeichneten eine dynamische Entwicklung: Hier lag der Preisanstieg binnen Jahresfrist bei 2,8 Prozent. Auch Eigenheime verteuerten sich mit einem Preisanstieg von 2,4 Prozent erneut deutlich. Die Entwicklung wird insbesondere auf die weiterhin hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungszentren und deren Peripherie bei gleichzeitig zu geringer Neubautätigkeit zurückgeführt.
Gleichzeitig zeigt sich, dass die Preisentwicklung regional differenziert verläuft. Besonders gefragt bleiben wirtschaftsstarke Metropolregionen mit steigenden Bevölkerungszahlen. So haben sich die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum in den Top-7-Städten mit einem Wachstum um 2,7 Prozent etwas dynamischer entwickelt als im Bundesdurchschnitt. An der Spitze steht dabei Hamburg, mit einer Steigerungsrate von 3,9 Prozent, gefolgt von Frankfurt am Main (+3,2%) und Köln (+3,0%).
Aber auch in Berlin, wo die strukturelle Angebotsknappheit weiterhin erheblichen Druck auf den Wohnungsmarkt ausübt, entwickeln sich die Preise für Eigenheime und Eigentumswohnungen dynamischer als in der gesamten Bundesrepublik. Verschiedene aktuelle Marktstudien hatten zuletzt auf die anhaltend niedrigen Leerstandsquoten sowie steigende Angebotsmieten in der Hauptstadt hingewiesen. Das Berliner Umland profitiert dabei zunehmend von den Ausweichbewegungen der Nachfrager, denn viele Haushalte finden innerhalb der Stadtgrenzen kaum noch bezahlbaren Wohnraum.
Der vdp verweist zudem darauf, dass sich der Markt inzwischen spürbar von der Verunsicherung infolge der Zinswende 2022 erholt habe. Stabilere Finanzierungsbedingungen, steigende Einkommen und die weiterhin hohe Nachfrage nach Wohnraum sorgen demnach für eine zunehmende Marktbelebung. Gleichzeitig bleibe die Neubautätigkeit deutlich hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück, was die Angebotsknappheit zusätzlich verschärfe und mittelfristig für weiter steigende Preise spricht.
„Die aktuellen Zahlen bestätigen, dass Wohnimmobilien insbesondere in Wachstumsregionen wie Berlin und dem Berliner Umland weiterhin sehr stabile Fundamentaldaten aufweisen“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Die Kombination aus anhaltender Wohnraumknappheit, wachsender Nachfrage und gleichzeitig zu geringer Neubautätigkeit spricht dafür, dass sich der positive Trend bei Wohnimmobilienpreisen auch in den kommenden Quartalen fortsetzen dürfte.“