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Berlin trotzt der Stagnation – Bau- und Immobilienmarkt senden positive Signale

Berlin trotzt der Stagnation – Bau- und Immobilienmarkt senden positive Signale

Die Berliner Wirtschaft entwickelt sich trotz der anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin robuster als die deutsche Gesamtwirtschaft. Darauf weist die Investitionsbank Berlin (IBB) in ihrem aktuellen Konjunkturbericht hin, über den in den vergangenen Tagen die Berliner Morgenpost, der Tagesspiegel und die Frankfurter Rundschau berichteten. Während die deutsche Volkswirtschaft laut IBB inzwischen bereits im vierten Jahr in einer Stagnationsphase steckt und 2025 lediglich ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent erreichte, verzeichnete Berlin ein deutlich stärkeres Wachstum von 1,1 Prozent. Damit lag die Hauptstadt bereits das dreizehnte Jahr in Folge über dem Bundestrend.

Nach Einschätzung der IBB profitiert Berlin dabei insbesondere von seiner dienstleistungsorientierten Wirtschaftsstruktur sowie seiner Bedeutung als Innovations- und Technologiestandort. Vor allem die unternehmensnahen Dienstleistungen entwickelten sich 2025 erneut positiv. Insgesamt stiegen die Umsätze in diesem Bereich um 4,9 Prozent. Besonders dynamisch verlief die Entwicklung im Bereich Information und Kommunikation mit einem Umsatzwachstum von 9,3 Prozent. Auch das Grundstücks- und Wohnungswesen verzeichnete mit einem Plus von 8,1 Prozent eine starke Entwicklung.

Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Entwicklung Berlins eng mit den internationalen Rahmenbedingungen verbunden. Die IBB verweist vor allem auf die Belastungen durch geopolitische Spannungen, steigende Energiepreise sowie mögliche Auswirkungen auf Inflation und Zinsniveau. Vor diesem Hintergrund wurde die Wachstumsprognose für Berlin für das Jahr 2026 zwar von ursprünglich 1,8 Prozent auf nunmehr 1,5 Prozent reduziert. Dennoch bleibt die Hauptstadt aus Sicht der IBB deutlich widerstandsfähiger als viele andere Regionen Deutschlands. Neben den klassischen Wachstumsfeldern wie Gesundheitswirtschaft, Digitalisierung und Mobilität sollen künftig insbesondere Investitionen in Infrastruktur, Wohnungsbau und Planungsbeschleunigung die wirtschaftliche Entwicklung unterstützen. Das öffentliche Investitionsvolumen des Landes Berlin soll sich 2026 auf rund 5,9 Milliarden Euro belaufen.

Von dieser vergleichsweise robusten wirtschaftlichen Entwicklung profitiert auch der Berliner Bau- und Immobilienmarkt. Besonders relevant für die Immobilienwirtschaft sind die positiven Entwicklungen im Berliner Bauhauptgewerbe. Nach dem starken Rückgang in den vergangenen Jahren deutet der deutliche Anstieg der Baugenehmigungszahlen wieder auf eine Stabilisierung des Marktes hin. Zwar liegt das Niveau noch deutlich unter den Rekordwerten früherer Jahre, dennoch bewertet die IBB die Entwicklung ausdrücklich als Trendwende. Unterstützt wird dies durch den kräftigen Anstieg des Auftragsbestands im Bauhauptgewerbe, der im vierten Quartal 2025 um 147 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 4,58 Milliarden Euro zulegte.

Gleichzeitig bleibt der strukturelle Nachfrageüberhang am Berliner Wohnungsmarkt hoch. Berlin verzeichnet weiterhin erhebliche Wanderungsgewinne und hat zuletzt rund 27.000 zusätzliche Einwohner durch Zuzug hinzugewonnen. Entsprechend niedrig bleibt der Wohnungsleerstand, während die Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen in Berlin und dem Berliner Umland auf einem hohen Niveau verharrt.

„Die Bundeshauptstadt zeigt einmal mehr, dass sie wirtschaftlich widerstandsfähiger ist als viele andere Regionen Deutschlands. Gerade für den Immobilienmarkt ist entscheidend, dass sich die konjunkturelle Stabilität inzwischen wieder zunehmend auch in höheren Genehmigungszahlen und einer besseren Auftragslage im Baugewerbe niederschlägt. Das unterstreicht, dass Berlin und sein Umland trotz aller Herausforderungen langfristig attraktive Wachstumsregionen bleiben“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds.