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Jenseits des Speckgürtels: Zweiter Ring um Berlin wird zum neuen Wachstumsraum

Jenseits des Speckgürtels: Zweiter Ring um Berlin wird zum neuen Wachstumsraum

Der Wachstumsschwerpunkt der Hauptstadtregion verschiebt sich zunehmend in einen zweiten Ring rund um Berlin. Bis zum Jahr 2040 dürfte dieser Raum deutlich an Einwohnern gewinnen und sich damit zum neuen Wachstumsmotor des Berliner Umlands entwickeln. Darauf weist das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in einer aktuellen Bevölkerungsprognose hin, über die unter anderem die Welt in der vergangenen Woche berichtet hat. Die Entwicklung spricht dafür, dass die Wohnraumnachfrage künftig nicht mehr nur die unmittelbar an Berlin angrenzenden Gemeinden prägen wird, sondern verstärkt auch weiter entfernte Standorte mit guter Verkehrsanbindung in den Fokus rücken.

Nach den Berechnungen der Statistiker umfasst der zweite Ring rund 50 Städte und Gemeinden mit derzeit etwa 240.000 Einwohnern. Zu den wichtigsten Standorten zählen unter anderem Fürstenwalde/Spree, Zossen und Nauen. Bis zum Jahr 2040 soll sich dieser Raum noch dynamischer entwickeln als der bestehende Berliner Speckgürtel. Gleichzeitig erwarten die Experten, dass im zweiten Ring künftig auch die meisten Kinder geboren werden. Dies deutet darauf hin, dass insbesondere Familien verstärkt auf diese Standorte ausweichen, während die unmittelbar an Berlin angrenzenden Gemeinden zunehmend an ihre Flächen- und Wachstumskapazitäten stoßen.

Grundlage dieser Entwicklung sind die langfristigen Bevölkerungsprognosen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg. Insgesamt dürfte die Bevölkerung Brandenburgs bis 2040 trotz des anhaltenden Geburtendefizits leicht auf rund 2,57 Millionen Menschen anwachsen. Verantwortlich hierfür sind vor allem Wanderungsgewinne. Gleichzeitig entwickeln sich die Teilräume des Landes sehr unterschiedlich: Während das Berliner Umland insgesamt wächst, müssen zahlreiche ländliche Regionen des weiter gefassten Metropolenraums mit Bevölkerungsrückgängen rechnen. Innerhalb des Berliner Umlands verschieben sich die Wachstumsschwerpunkte jedoch zunehmend in weiter von der Hauptstadt entfernte Kommunen.

Für den Wohnimmobilienmarkt ist diese Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Bereits in den vergangenen Jahren hatte sich gezeigt, dass steigende Immobilienpreise und ein knappes Angebot in Berlin viele Haushalte dazu veranlassen, ihren Suchradius auszuweiten. Verbesserte Verkehrsverbindungen, flexiblere Arbeitsmodelle sowie der Wunsch nach mehr Wohnfläche verstärken diesen Trend zusätzlich. Mit dem prognostizierten Bevölkerungswachstum erhält diese Entwicklung nun auch aus demografischer Sicht Rückenwind. Besonders Gemeinden mit guter Anbindung an Berlin dürften deshalb sowohl für Eigennutzer als auch für Kapitalanleger weiter an Attraktivität gewinnen.

Die Prognosen verdeutlichen zugleich, dass sich die Wohnungsnachfrage in der Hauptstadtregion künftig noch stärker regional ausdifferenzieren wird. Während Berlin und die unmittelbar angrenzenden Kommunen weiterhin vom Zuzug profitieren, eröffnen sich nun auch im zweiten Ring neue Entwicklungsperspektiven. Für Projektentwickler, Investoren und Kommunen gewinnt deshalb die langfristige Planung von Wohnraum, Infrastruktur und Mobilitätsangeboten auch jenseits des klassischen Speckgürtels zunehmend an Bedeutung.