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Vermieter bleiben optimistisch – Umland und Seniorenwohnen rücken in den Fokus

Vermieter bleiben optimistisch – Umland und Seniorenwohnen rücken in den Fokus

Private Vermieter blicken trotz eines anspruchsvollen regulatorischen Umfelds insgesamt positiv auf den Wohnungsmarkt. Das ist die zentrale Erkenntnis des aktuellen „Deutschland.Immobilien Vermieterreports 2026“, über den in den vergangenen Tagen unter anderem WELT, Cash und finanzwelt berichtet haben. Besonders bemerkenswert: 70 Prozent der befragten Vermieter sind mit ihrer Vermietungstätigkeit zufrieden oder sehr zufrieden, und die Mehrheit erwartet für die kommenden zwölf Monate stabile bis leicht steigende Mieten sowie Immobilienwerte.

Die gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellte Studie basiert auf einer Befragung von 1.002 privaten Vermietern in Deutschland. Sie zeichnet das Bild eines Marktes, der weiterhin stark von langfristig orientierten Kleinvermietern geprägt wird. So stellen private Vermieter über 60 Prozent des Gesamtbestands an Mietwohnungen. 58 Prozent der Befragten vermieten dabei lediglich eine Wohnung, weitere 19 Prozent besitzen zwei Mietwohnungen. Gleichzeitig sind sechs von zehn Vermietern bereits seit mindestens zehn Jahren am Markt aktiv. Diese langfristige Perspektive wirkt stabilisierend und erklärt auch die vergleichsweise zurückhaltende Mietpreispolitik vieler Eigentümer.

Besonders interessant ist der Blick auf die Mietentwicklung. Bei Neuvermietungen erhöhen zwar 55 Prozent der Vermieter ihre Mietforderungen moderat, doch 43 Prozent verzichten vollständig auf Anpassungen. Im Bestand zeigt sich sogar noch größere Zurückhaltung: Mehr als die Hälfte der Befragten hat die Mieten im vergangenen Jahr überhaupt nicht erhöht. Wo Anpassungen vorgenommen wurden, standen meist gestiegene Betriebskosten im Vordergrund.

Auch beim Thema Investitionen zeigt sich ein differenziertes Bild. Mehr als die Hälfte der Vermieter hat in den vergangenen Jahren energetische Maßnahmen umgesetzt. Gleichzeitig planen derzeit 59 Prozent keine größeren Sanierungsprojekte. Als wichtigste Gründe für bereits erfolgte Investitionen nennen die Eigentümer langfristige Energieeinsparungen, die Steigerung der Mieterzufriedenheit sowie die Wertentwicklung ihrer Immobilien. Zugleich wird deutlich, dass viele Vermieter mehr regulatorische Verlässlichkeit und planbare Rahmenbedingungen erwarten.

Für Berlin und das Berliner Umland sind insbesondere die Ergebnisse zu den künftig attraktivsten Wohnsegmenten relevant. Jeweils 46 Prozent der Befragten sehen die größten Investitionschancen im Seniorenwohnen sowie in Wohnungen im Umland von Ballungszentren. Diese Einschätzung passt zu den langfristigen demografischen Entwicklungen und zur zunehmenden Nachfrage nach Wohnraum außerhalb der großen Metropolen. Gerade im Berliner Umland ist seit Jahren eine steigende Attraktivität für Familien, Pendler und Kapitalanleger zu beobachten. Gleichzeitig bleibt Berlin selbst aufgrund des anhaltenden Wohnraummangels ein wichtiger Nachfragemotor.

Auffällig ist zudem die Diskrepanz zwischen der hohen Zufriedenheit mit der eigenen Vermietungstätigkeit und der Bewertung der Wohnungspolitik. Während die Vermietung selbst einen positiven Barometerwert von +30 erreicht, wird die aktuelle Wohnungspolitik mit einem Wert von -8 deutlich kritischer beurteilt. Viele Vermieter sehen insbesondere beim bezahlbaren Wohnraum für mittlere Einkommen sowie beim Ausgleich zwischen Mieter- und Vermieterinteressen erheblichen Handlungsbedarf.

„Die Ergebnisse zeigen, dass private Vermieter nach wie vor eine wichtige und stabilisierende Rolle auf dem deutschen Wohnungsmarkt spielen. Besonders die hohe Attraktivität von Wohnungen im Umland der Metropolen und Großstädte bestätigt Entwicklungen, die wir seit Jahren in Berlin und Brandenburg beobachten. Damit dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann, braucht es jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionen fördern statt bremsen“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds.