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Berliner Banken und Bayerische Staatsregierung positionieren sich klar gegen eine Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände

Berliner Banken und Bayerische Staatsregierung positionieren sich klar gegen eine Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände

Die Diskussion um eine mögliche Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände hat in den vergangenen Wochen deutlich an Fahrt gewonnen. Hintergrund ist die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September und die Möglichkeit einer Rot-Rot-Grünen Landesregierung, in der GRÜNE und Teile SPD eine de facto Enteignung nicht eindeutig ablehnen und die LINKE sie entschieden befürwortet.

Angesichts dieser Konstellation beauftragten Berliner Sparkasse, Berliner Volksbank, die Deutschen Kreditbank AG (DKB) und die Investitionsbank Berlin (IBB) zwei Gutachten deren Ergebnisse bei einer Pressekonferenz am 23. Juni 2026 in Berlin vorgestellt wurden.  

Fazit der Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und von Empirica: Eine Vergesellschaftung würde keinen Quadratmeter zusätzlichen Wohnraums schaffen, jedoch erhebliche Risiken für den Wohnungsmarkt, Mieterinnen und Mieter, Wohnungssuchende, den Berliner Landeshaushalt und den Wirtschaftsstandort Berlin mit sich bringen. Internationale Investoren beobachteten die Entwicklung sehr kritisch. Eine Entscheidung für Vergesellschaftung würde die Berliner Wirtschaft massiv belasten und Arbeitsplätze kosten.

Berliner Banken fordern konsequenten Ausbau des Wohnungsangebots

Die Auftraggeber der unabhängigen Untersuchungen eint eine klare Haltung: Berlin braucht mehr bezahlbaren Wohnraum. Dieses Ziel wird jedoch nicht durch die erzwungene Veränderung von Eigentumsverhältnissen erreicht, sondern durch zusätzliche Investitionen, mehr Neubau, schnellere Genehmigungen und verlässliche Rahmenbedingungen für alle Akteure des Wohnungsmarktes.

Die vier Banken sprechen sich deshalb für einen konsequenten Ausbau des Wohnungsangebots aus. Dazu gehören insbesondere schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, zusätzliche Bauflächen, die Umwandlung geeigneter Gewerbeflächen in Wohnraum, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen sowie zielgerichtete Förderinstrumente für Haushalte mit besonderem Unterstützungsbedarf.

„Berlin braucht mehr bezahlbaren Wohnraum – keine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse im Bestand. Die Herausforderung ist groß, aber sie lässt sich lösen: durch Bauen, Investieren und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Politik, Wohnungswirtschaft und Finanzierungsseite. Wir vier Häuser stehen als verlässliche Finanzierungspartner bereit. Als Wettbewerber im Markt – aber vereint in der Sache für die Berlinerinnen und Berliner und unsere Stadt“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Banken.

Bayerische Staatsregierung will Vergesellschaftungen gesetzliche Grenzen setzen

Deutlich ablehnend äußert sich auch die Bayerische Staatsregierung, die in der Bauministerkonferenz der Länder fordert, der Vergesellschaftung von Wohnraum gesetzliche Grenzen zu setzen. Dort sagte der bayerische Bauminister Christian Bernreiter „Der Sozialismus ist gescheitert, aber manche träumen von der DDR 2.0. Kein Mensch würde noch Wohnungen bauen, kein Immobilienunternehmen würde noch ein Darlehen bekommen, alle Sicherheiten wären vernichtet. Soweit darf es auf keinen Fall kommen. Wir brauchen klare Regeln vom Bund, damit das nicht passiert! Unser Antrag dazu ist bei der Bauministerkonferenz in Berlin angenommen worden. Das zeigt, dass wir uns hier parteiübergreifend einig sind. Als Staatsregierung wollen wir zusätzlich auch eine Initiative im Bundesrat starten!“

Mehr Wohnraum kann nur entstehen, wenn Investitionssicherheit herrscht und der Staat für gute Rahmenbedingungen sorgt. Bauminister Bernreiter: „In Bayern haben wir den Bauturbo gezündet und eine eigene Umbauordnung aufgesetzt. Damit streichen wir Bürokratie konsequent zusammen, senken Kosten und Aufwand. Wir müssen alles tun, damit mehr Wohnraum entsteht – sowohl im Neu- als auch im Aus- und Umbau.“

Die Pläne aus Berlin würden hingegen keine Probleme lösen. „Im Gegenteil: Allein die Sorge vor Vergesellschaftungen vergiftet das Investitionsklima und torpediert die Bereitschaft privater Investoren, in den Wohnungsmarkt zu investieren. Wir brauchen jedoch dringend private Investoren, denn der Staat kann den Bedarf an Wohnraum nicht alleine decken.“