Immobiliennews

Wohneigentum gewinnt als Sparziel deutlich an Bedeutung

Wohneigentum gewinnt als Sparziel deutlich an Bedeutung

Der Wunsch nach Wohneigentum ist in Deutschland wieder deutlich stärker ausgeprägt. Das zeigt die aktuelle Sommerumfrage 2026 des Verbands der Privaten Bausparkassen. Demnach nennen inzwischen 38,8 Prozent der Befragten den Erwerb oder die Renovierung von Wohneigentum als Sparziel. Vor einem Jahr waren es lediglich 33,0 Prozent, im Frühjahr 2026 bereits 36,4 Prozent. Der Aufwärtstrend setzt sich fort. Besonders bemerkenswert: Wohneigentum ist unter den wichtigsten Sparmotiven das einzige, das gegenüber der vorherigen Befragung weiter an Bedeutung gewonnen hat. Die Ergebnisse zeigen, dass der Wunsch nach den eigenen vier Wänden trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen bei vielen Menschen unverändert stark ist.

In der Rangliste der wichtigsten Sparziele nimmt Wohneigentum inzwischen den dritten Platz ein. An erster Stelle steht weiterhin die Altersvorsorge, die von 57,7 Prozent der Befragten genannt wird. Es folgen Konsum und größere Anschaffungen mit 43,1 Prozent. Die Kapitalanlage kommt auf 34,8 Prozent. Mehrfachnennungen waren bei der Befragung möglich. Der Bedeutungszuwachs des Wohneigentums ist umso bemerkenswerter, als der Anteil innerhalb nur eines Jahres um 5,8 Prozentpunkte gestiegen ist.

Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass zwischen dem Wunsch nach Wohneigentum und den finanziellen Möglichkeiten vieler Haushalte weiterhin eine erhebliche Lücke besteht. So wollen 71,4 Prozent der Befragten künftig etwa genauso viel sparen wie bisher. Lediglich 9,1 Prozent planen, ihre Sparleistungen zu erhöhen, während 12,5 Prozent weniger sparen wollen oder können. Der vom Verband ermittelte Sparklima-Index sank dadurch von 0,6 Punkten im Frühjahr auf -3,4 Punkte. Erstmals seit dem Frühjahr 2025 gibt es damit wieder mehr Menschen, die ihre Sparleistung reduzieren, als solche, die künftig mehr Geld zurücklegen wollen.

Als wichtigste Ursache für geringere Sparleistungen erweisen sich die gestiegenen Ausgaben und Lebenshaltungskosten. 43,4 Prozent derjenigen, die künftig weniger sparen wollen oder können, nennen diesen Grund. Fehlende Einkommenssteigerungen beziehungsweise Einkommenseinbußen folgen mit 16,2 Prozent. Ein gestiegenes Konsumbedürfnis geben 14,4 Prozent an. Jeweils 13,7 Prozent verweisen auf die allgemeine politische und wirtschaftliche Situation beziehungsweise auf eine unsichere Altersvorsorge.

Die Ergebnisse unterstreichen zugleich die Bedeutung des Eigenkapitalaufbaus für die Wohneigentumsbildung. Denn während die eigenen vier Wände für immer mehr Menschen wieder zu einem konkreten Sparziel werden, schränken höhere Lebenshaltungskosten die Möglichkeiten ein, dafür tatsächlich ausreichend Kapital zurückzulegen. Die repräsentative Erhebung wurde im Juni 2026 von Kantar unter 2.006 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern durchgeführt und ist bereits die 87. Befragung der seit 1997 bestehenden Erhebungsreihe.

„Wohneigentum als Sparziel hat innerhalb eines Jahres deutlich an Bedeutung gewonnen. Das werte ich als ein positives Signal für den Wohnimmobilienmarkt“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist offensichtlich nach wie vor sehr stark ausgeprägt. Umso wichtiger ist es, die finanziellen Einstiegshürden für potenzielle Käufer zu reduzieren. Dazu gehören insbesondere bessere Möglichkeiten zum Eigenkapitalaufbau und eine Entlastung bei den Erwerbsnebenkosten, beispielweise durch einen Erlass der Grunderwerbsteuer beim Erstkauf für die Eigennutzung. Dies würde vielen Haushalten dabei helfen, ihren Eigentumswunsch tatsächlich zu realisieren.“