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Positive Signale für den Wohnungsbau: Zahl der Baugenehmigungen und Auftragseingänge steigen

Positive Signale für den Wohnungsbau: Zahl der Baugenehmigungen und Auftragseingänge steigen

Die deutsche Bauwirtschaft sendet wieder deutlich positivere Signale: Im ersten Halbjahr 2026 wurden bundesweit 15,1 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Das ist der stärkste Anstieg in einer ersten Jahreshälfte seit zehn Jahren. Zugleich legten im Juni die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe kräftig zu. Wie unter anderem das Handelsblatt, die Tagesschau und die haufe.de in den vergangenen beiden Wochen berichtet haben, sprechen die jüngsten Zahlen für eine zunehmende Belebung der Bautätigkeit. Von einer nachhaltigen Trendwende kann angesichts des weiterhin niedrigen Ausgangsniveaus zwar noch nicht gesprochen werden, doch die Entwicklung weist erstmals seit Längerem wieder deutlich in die richtige Richtung.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden von Januar bis Juni 2026 insgesamt 126.300 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 16.600 Einheiten mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Allerdings liegen die Vergleichswerte der Jahre 2024 und 2025 mit 106.700 beziehungsweise 109.800 genehmigten Wohnungen auf einem sehr niedrigen Niveau. Dennoch verweisen die aktuellen Zahlen eindeutig auf Erholungstendenzen im deutschen Wohnungsbau. Im Juni 2026 wurden Genehmigungen für 21.600 Wohnungen erteilt, ein Plus von 13,8 Prozent gegenüber Juni 2025. Besonders deutlich zeigt sich die Erholung im Neubau: Hier stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im ersten Halbjahr auf 103.100 beziehungsweise um 15,8 Prozent.

Für die Wohnungsmärkte der Metropolen ist insbesondere die Entwicklung im Mehrfamilienhausbau relevant. Hier wurden im ersten Halbjahr 67.000 Wohnungen genehmigt und damit 9.700 Wohnungen mehr als im ersten Halbjahr 2025. Das entspricht einer Steigerung um 16,9 Prozent. Auch Ein- und Zweifamilienhäuser verzeichneten Zuwächse von 12,7 beziehungsweise 27,3 Prozent. Damit erstreckt sich die Belebung auf unterschiedliche Segmente des Wohnungsneubaus.

Auch die jüngsten Konjunkturdaten für das Bauhauptgewerbe weisen auf eine Belebung der Baudynamik hin. Im Juni lag der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang 11,3 Prozent über dem Vorjahresmonat und 6,0 Prozent über dem Vormonat. Dabei stiegen die Auftragseingänge gegenüber Mai im Hochbau um 8,5 Prozent und im Tiefbau um 4,0 Prozent. Der reale Umsatz des Bauhauptgewerbes nahm gegenüber Juni 2025 um 6,6 Prozent zu. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten um 1,5 Prozent auf rund 545.000 Personen. Positiv fällt zudem auf, dass der Auftragseingang im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich von April bis Juni 2026 um 5,7 Prozent gegenüber den drei Monaten zuvor zulegte.

Gleichwohl bleibt eine gewisse Zurückhaltung angebracht. Vertreter der Bauwirtschaft weisen darauf hin, dass genehmigte Wohnungen nicht automatisch kurzfristig gebaut werden und die aktuellen Zuwächse von einem niedrigen Niveau ausgehen. Auch hohe Bau- und Finanzierungskosten bleiben eine Belastung. Der positive Trend bei Genehmigungen und Aufträgen muss sich daher zunächst verstetigen und in steigenden Fertigstellungszahlen niederschlagen. Gerade in den stark nachgefragten Großstädten wie Berlin, wo der Wohnungsmangel besonders ausgeprägt ist, bleibt eine deutliche Ausweitung des Angebots entscheidend.

„Nach mehreren schwierigen Jahren sind steigende Baugenehmigungen und Auftragseingänge wichtige positive Signale für den Wohnimmobilienmarkt“, erklärt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Gerade in Berlin und im Berliner Umland brauchen wir dringend mehr Wohnungsneubau. Entscheidend ist deshalb, dass aus den Genehmigungen nun möglichst schnell tatsächlich gebaute Wohnungen entstehen. Dafür müssen Planungs- und Genehmigungsverfahren weiter beschleunigt, regulatorische Hemmnisse abgebaut und verlässliche Rahmenbedingungen für private Investitionen geschaffen werden. Wenn dies gelingt, kann aus der aktuellen Belebung eine nachhaltige Erholung des Wohnungsneubaus werden.“