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Berliner Investmentmarkt zur Jahresmitte: Gewerbe bleibt verhalten, Wohnsegment zeigt sich stabiler

Berliner Investmentmarkt zur Jahresmitte: Gewerbe bleibt verhalten, Wohnsegment zeigt sich stabiler

Der Berliner Immobilieninvestmentmarkt zeigt zur Jahresmitte ein geteiltes Bild. Während das Investmentvolumen für gewerblich genutzte Immobilien laut BNP Paribas im ersten Halbjahr 2026 mit rund 633 Mio. Euro etwa 52 Prozent hinter dem Ergebnis aus dem Vorjahreszeitraum zurückbleibt, zeigt sich der Wohninvestmentmarkt deutlich stabiler.

Im Gewerbeinvestmentmarkt blieb der erwartete Aufschwung bislang aus. Während in Berlin in den Vorjahren Großdeals dominierten, konzentrierte sich das Marktgeschehen in 2026 bisher weitgehend auf Einzelverkäufe mit einem durchschnittlichen Volumen von etwa 18 Mio. Euro. Das ist deutlich unter dem Durchschnittsvolumen der vergangenen fünf Jahre von etwa 45 Mio. Euro. Die größten Transaktionen entfielen auf den Einzelhandel, der insgesamt einen Anteil von 26 Prozent am Transaktionsgeschehen verzeichnet, sowie das Healthcare-Segment. Der Office-Sektor ist mit etwa 13 Prozent zur Jahresmitte bisher deutlich unterrepräsentiert, aber BNP Paribas rechnet für den weiteren Jahresverlauf mit spürbarem Rückenwind durch den aktuell sehr dynamischen Berliner Vermietungsmarkt.

Die Zurückhaltung auf dem Gewerbeimmobilienmarkt ist angesichts des weiterhin von Unsicherheiten geprägten Marktumfelds auch an anderen Top-Standorten in Deutschland zu beobachten. Lediglich der Transaktionsmarkt in München konnte im ersten Halbjahr die 1-Mrd-Euro-Schwelle überschreiten. Berlin bleibt in einem kleinteiligen Markt dagegen Spitzenreiter Spitzenposition bei der Anzahl der Deals.

Ein anderes Bild zeigt sich am Wohninvestmentmarkt. Nach einer bundesweiten Analyse von BNP Paribas Real Estate profitieren Wohnimmobilien weiterhin von langfristig positiven Fundamentaldaten. Insbesondere in Berlin sorgen die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum, das begrenzte Angebot und die geringe Neubautätigkeit für eine stabile Ausgangslage. Daher nahm die Hauptstadt im ersten Halbjahr 2026 unter den A-Standorten mit einem Transaktionsvolumen von knapp 600 Mio. Euro wieder die Spitzenposition ein.

Für die kommenden Monate erwarten die Analysten von BNP Paribas eine schrittweise Belebung des Berliner Immobilienmarktes. Voraussetzung dafür bleiben ein stabileres Finanzierungsumfeld, eine weitere Annäherung der Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern sowie ein ausreichendes Angebot geeigneter Immobilien. Während im Gewerbebereich insbesondere der dynamische Vermietungsmarkt neue Impulse setzen könnte, dürften Wohnimmobilien aufgrund ihrer langfristig stabilen Nachfrage weiterhin eine wichtige Rolle für Investoren spielen.

„Der Berliner Immobilienmarkt entwickelt sich sehr differenziert. Während der Gewerbemarkt noch von Zurückhaltung geprägt ist, zeigt der Wohninvestmentmarkt seine Stärke als stabile Assetklasse. Die hohe Nachfrage nach Wohnraum schafft langfristig attraktive Perspektiven. Allerdings halten sich Investoren angesichts der Unsicherheit über den künftigen wohnungspolitischen Kurs in Berlin noch zurück“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Umso wichtiger sind die positiven Signale aus der Bundespolitik, bessere Rahmenbedingungen für Wohninvestoren zu schaffen. Die angekündigten Maßnahmen zur Senkung der Baukosten und verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen können dazu beitragen, das Vertrauen von Investoren in den Standort Berlin weiter zu stärken.“