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Immobilienfinanzierung: Neugeschäft zieht an, Marktbedingungen stabilisieren sich

Immobilienfinanzierung: Neugeschäft zieht an, Marktbedingungen stabilisieren sich

Die Stimmung unter den gewerblichen Immobilienfinanzierern hat sich im dritten Quartal 2026 deutlich verbessert. Mehr Institute berichten von wachsendem Neugeschäft, gleichzeitig haben sich die Finanzierungsbedingungen überwiegend stabilisiert. Das zeigt das aktuelle BF.Quartalsbarometer, über das unter anderem die Immobilien Zeitung und portfolio institutionell in der vergangenen Woche berichtet haben. Der von BF.direkt gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institute ermittelte Barometerwert steigt von minus 25,97 auf minus 12,30 Punkte. Trotz des weiterhin negativen Niveaus zeichnet sich damit eine spürbare Erholung gegenüber dem Vorquartal ab.

Zum verbesserten Stimmungsbild trägt insbesondere die Entwicklung des Neugeschäfts bei. 35 Prozent der befragten Finanzierer melden einen Anstieg, nachdem dies im zweiten Quartal nur auf 23 Prozent zugetroffen hatte. Einen Rückgang beobachtet diesmal keiner der Teilnehmer; im Vorquartal waren es noch 23 Prozent. Auch bei den Finanzierungsbedingungen lässt der Druck nach. Nur noch 15 Prozent berichten von einer Verschlechterung, gegenüber 46 Prozent im zweiten Quartal. Für 80 Prozent sind die Bedingungen unverändert.

Bei den Finanzierungsmargen bleiben die Unterschiede zwischen Bestandsimmobilien und Projektentwicklungen deutlich. Für Bestandsfinanzierungen liegt die durchschnittliche Marge bei 156 Basispunkten und damit geringfügig unter dem Vorquartalswert. Wohnimmobilien weisen mit 120 Basispunkten die niedrigste durchschnittliche Marge der untersuchten Nutzungsarten auf. Bei Projektentwicklungen beträgt sie dagegen 273 Basispunkte. Die Marge bezeichnet dabei den Aufschlag des Finanzierers auf den zugrunde liegenden Referenzzins. Der durchschnittliche Beleihungsauslauf im Bestand, also das Verhältnis des Darlehens zum Immobilienwert, bleibt mit 64,5 Prozent nahezu unverändert.

Zugleich gewinnen ergänzende Finanzierungswege an Bedeutung. Dem ausführlichen Quartalsbericht zufolge beobachten 35 Prozent der Befragten eine steigende Nachfrage nach Alternativen zum klassischen Bankdarlehen. Besonders gefragt sind eigenkapitalähnliche Finanzierungsformen sowie Eigenkapital durch Partner gemeinsamer Investitionsvorhaben. Die Finanzierung von Immobilien stützt sich damit zunehmend auf unterschiedliche Kapitalquellen.

Die Aufhellung der Stimmung bedeutet allerdings noch keine umfassende Entspannung. Drei Viertel der Befragten erwarten bis zum Jahresende höhere Zinsen für Finanzierungen mit zehnjähriger Zinsbindung. Zudem liegt der Barometerwert weiterhin unter dem Niveau des ersten Quartals. Bei der Einordnung ist der Erhebungszeitraum zu berücksichtigen: Die Befragung fand vom 31. August bis zum 8. September statt. Spätere Veränderungen der Rahmenbedingungen spiegeln sich daher nicht in den Antworten wider. Das Barometer dokumentiert somit eine Verbesserung gegenüber dem schwachen Vorquartal, während die weitere Entwicklung mit Unsicherheiten verbunden bleibt.

„Das wachsende Neugeschäft und die stabileren Finanzierungsbedingungen sind ermutigende Signale für den Immobilienmarkt. Sie schaffen eine bessere Grundlage, um Investitionen vorzubereiten und umzusetzen“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Entscheidend bleiben eine solide Finanzierung und eine realistische Bewertung der langfristigen Ertragsperspektiven. Gerade bei Wohnimmobilien sollten Investoren die Qualität des Standorts und des Bestands sorgfältig prüfen. Wer diese Faktoren berücksichtigt, kann auch im anspruchsvollen Zinsumfeld tragfähige Investitionsentscheidungen treffen.“