Der Wunsch nach Wohneigentum bleibt auch bei jungen Menschen stark: 80 Prozent der zur Miete wohnenden 23- bis 30-Jährigen interessieren sich für einen Immobilienkauf. Zugleich zeigen sie sich bei der Wahl ihres künftigen Wohnorts flexibel. Das geht aus der aktuellen Interhyp-Wohntraumstudie hervor, über die unter anderem das Handelsblatt, die WirtschaftsWoche und Cash. berichtet haben. Für den Wohnimmobilienmarkt ist das ein positives Signal, denn auch unter den momentan schwierigen Finanzierungsbedingungen halten viele junge Menschen an ihren Eigentumsplänen fest.
Dabei ist Wohneigentum keineswegs nur ein Wunsch junger Menschen. Über alle Altersgruppen hinweg möchten 68 Prozent der Mieter eines Tages in den eigenen vier Wänden leben. Wer diesen Schritt bereits gegangen ist, bereut ihn nahezu nie: 97 Prozent der Eigentümer sind mit ihrer Entscheidung zufrieden. Bei rund der Hälfte der 23- bis 30-Jährigen hat der Eigentumswunsch in den vergangenen Jahren sogar zugenommen. Das Interesse bleibt also bestehen, auch wenn die Umsetzung Zeit und finanzielle Vorbereitung erfordert.
Besonders interessant ist dabei die Bereitschaft zu Kompromissen. So können sich 65 Prozent der kaufinteressierten 23- bis 30-Jährigen vorstellen, außerhalb der großen Städte oder sogar noch ländlicher zu wohnen. Auch beim Objekt selbst sind Kompromisse möglich: 41 Prozent würden weniger Wohnfläche akzeptieren, 40 Prozent einen anderen Immobilientyp wählen. Bereits die Vorjahresstudie beschrieb einen gewissen Pragmatismus bei den Wohnwünschen. Das freistehende Einfamilienhaus blieb zwar die beliebteste Traumimmobilie, aber auch andere Wohnformen gewannen an Zuspruch. Zugleich wünschten sich die Befragten Wohnraum, der sich an unterschiedliche Lebensphasen anpassen lässt.
Für die Kommunen und Projektentwickler ergibt sich daraus die Aufgabe, passende Angebote zu schaffen, die Wohnqualität, passende Grundrisse und finanzielle Erreichbarkeit zusammenführen. Die aktuelle Befragung unterstreicht, wie relevant diese Verbindung gerade für junge Kaufinteressenten ist. Wohnangebote müssen sowohl den Bedürfnissen als auch dem Budget der potenziellen Käufer entsprechen.
Wenn ein Kauf zunächst nicht gelingen sollte, bleiben viele junge Menschen dennoch ihrem Ziel treu. Von den jungen Mietern mit Kaufwunsch würden 41 Prozent länger oder mehr sparen und 33 Prozent den Erwerb verschieben. Lediglich fünf Prozent würden sich bewusst auf ein dauerhaftes Leben zur Miete einstellen.
Eine wesentliche Hürde bleibt die Finanzierung. 67 Prozent halten den Eigentumserwerb für realisierbar, wenn ihnen die Familie eine finanzielle Unterstützung bieten kann. Ohne solche Unterstützung sind es 32 Prozent. Um mehr jungen Menschen den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen, schlagen die Autoren der Studie daher unter anderem Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber sowie ergänzende Finanzierungsinstrumente vor.
„Die Ergebnisse zeigen, dass junge Menschen ihren Wunsch nach Wohneigentum weiterverfolgen und dabei offen für unterschiedliche Wohnformen und Standorte sind. Für uns als Projektentwickler ist das ein klarer Auftrag: Wir müssen Wohnangebote schaffen, die zu den Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten dieser Generation passen. Die Bundes- und Landesregierungen sind auf der anderen Seite angehalten, wirksame Instrumente zu schaffen, um Menschen den Schritt ins Eigentum zu erleichtern. Sei es durch Maßnahmen, die die Baukosten senken, durch den Abbau zusätzlicher Belastungen, wie zum Beispiel den Erlass der Grunderwerbsteuer für Erstkäufer, oder durch eine finanzielle Unterstützung, wie zinsvergünstigte KfW-Darlehen oder -Bürgschaften“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds.