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Wohnungsmarkt: Mietnachfrage bleibt hoch, Berliner Umland wächst weiter

Wohnungsmarkt: Mietnachfrage bleibt hoch, Berliner Umland wächst weiter

Mietwohnungen bleiben gefragt: In den ersten neun Monaten 2026 sind die Angebotsmieten für Bestandswohnungen bundesweit um 2,1 Prozent gestiegen. In den 15 größten deutschen Städten fiel der Zuwachs mit durchschnittlich 2,9 Prozent sogar noch etwas stärker aus. Deutschlandweit liegen die untersuchten Angebotsmieten inzwischen bei durchschnittlich 10,83 Euro je Quadratmeter. Das zeigt der aktuelle immowelt Mietkompass, über dessen Ergebnisse unter anderem der immobilienmanager und die Nürnberger Nachrichten berichtet haben. Für die Immobilienwirtschaft bestätigt die Auswertung die anhaltende Nachfrage nach Wohnraum.

Hinter der bundesweiten Entwicklung stehen erhebliche regionale Unterschiede. Die stärksten Zuwächse unter den 15 größten Städten verzeichnen Hamburg mit 4,8 Prozent und Frankfurt am Main mit 4,7 Prozent. Dort werden durchschnittlich 13,98 beziehungsweise 17,12 Euro je Quadratmeter aufgerufen. München bleibt mit 21,65 Euro und einem Plus von 2,8 Prozent der teuerste untersuchte Mietmarkt. Etwas weniger dynamisch haben sich die Angebotsmieten in Leipzig und Berlin entwickelt. Hier lag das Wachstum bei 1,3 Prozent respektive 1,8 Prozent. Das Mietniveau in Leipzig ist damit auf 9,59 Euro je Quadratmeter, in Berlin auf 14,63 Euro je Quadratmeter gestiegen.

Auch außerhalb dieser Metropolen steigen die Mieten weiter. In Bremen und Dresden erhöhten sich die Angebotspreise seit Jahresbeginn jeweils um 3,4 Prozent, in Köln um 3,1 Prozent und in Nürnberg um 3,0 Prozent. Die Nachfrage wird nach Einschätzung von immowelt zusätzlich dadurch gestützt, dass hohe Finanzierungskosten vielen Haushalten den Immobilienkauf aktuell erschweren. Auf dem Portal stiegen die Mietanfragen zwischen Januar und August auf einen Anteil von 81,7 Prozent, nach 80,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig kommt vielerorts zu wenig zusätzlicher Wohnraum auf den Markt.

Für die Hauptstadtregion richtet der ausführliche Mietkompass den Blick auch über die Stadtgrenze hinaus. Das Berliner Umland sei zuletzt weiter leicht gewachsen. Immowelt wertet dies als Hinweis darauf, dass sich ein Teil des Wohnraumbedarfs stärker auf die umliegenden Gemeinden verlagert. Für die Entwicklung neuer Wohnquartiere ist dieser Befund relevant: Die Versorgung der Region mit Wohnungen lässt sich sinnvoll nur im Zusammenspiel von Stadt und Umland betrachten. Die Auswertung liefert damit einen Anhaltspunkt für die regionale Nachfrageentwicklung, ohne konkrete Mietsteigerungen für einzelne Umlandgemeinden auszuweisen.

Wie zusätzliches Angebot wirken kann, zeigt das Beispiel Köln. Dort wurden 2025 insgesamt 4.623 Wohnungen fertiggestellt, mehr als zweieinhalbmal so viele wie im Vorjahr. Zugleich schwächte sich der Anstieg der Angebotsmieten von 9,7 Prozent in den ersten neun Monaten 2025 auf nun 3,1 Prozent ab. Immowelt sieht in der höheren Neubautätigkeit einen möglichen Beitrag zu dieser Entwicklung.

„Die anhaltende Nachfrage nach Mietwohnungen zeigt, wie wichtig Investitionen in zusätzlichen Wohnraum sind. Dabei müssen wir die Hauptstadtregion als zusammenhängenden Wohnungsmarkt betrachten. Das weitere Wachstum im Berliner Umland eröffnet Chancen, neue Wohnangebote dort zu schaffen, wo sie gebraucht werden“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Entscheidend sind geeignete Standorte, eine gute Verkehrsanbindung und verlässliche Rahmenbedingungen, damit aus dem Bedarf tatsächlich neue Wohnungen entstehen können.“